Fassung vom 13.12.2000

 

Inhaltsübersicht

1 Präambel

 

2 Grundwerte:

S. 5 2.1 Pädagogischer Konsens
S. 7 2.2 Ganzheitliche Erziehung
S. 8 2.3 Gesunde Schule

 

3 Profilleisten:

S. 9 3.1 Gymnasiale Bildung
S. 10 3.2.1 Standort, 3.2.2 Öffnung von Schule1), 3.2.3 Schulwanderungen
S. 12 3.3 Medienerziehung1) und Neue Medien
S. 15 3.4 Gesundheitserziehung
S. 16 3.5 Sozial-integrative Arbeit
S. 18 3.6 Fächerübergreifendes-/verbindendes
S. 20 3.7 Berufsvorbereitung

  

4 Besonderheiten unserer Stufen

S. 24 4.1 Erprobungsstufe
S. 25 4.2 Unterstufe (noch nicht besetzt)
S. 27 4.3 Differenzierte Mittelstufe
S. 28 4.4 Sekundarstufe II

 


5 Sprachenfolge

6 Die Fächerinhalte (noch nicht besetzt)

7 Sammlung gültiger Beschlüsse und Regelungen (noch nicht besetzt)

8 Evaluation (noch nicht besetzt)

9 Aufgabenverteilung/Ansprechpartner/Adressen (noch nicht besetzt)

1) in Vorbereitung/Bearbeitung

 

Schulprogramm in der Fassung vom 13.12.2000

Präambel zum Schulprogramm des Ratsgymnasiums

(überarbeitet im März und November 2000)

Auf den folgenden Seiten stellt sich das Ratsgymnasium vor. Wir, Eltern, Lehrer und Schüler, haben zusammengetragen, was wir an dieser Schule erreichen wollen, wie wir uns das Zusammenwirken in der Schulgemeinschaft vorstellen und welche Angebote den Schülern gemacht werden . Dieses Schulprogramm ist in einem längeren Prozess gewachsen. Es soll ständig überprüft (evaluiert) und gegebenenfalls verändert werden.

Das sich immer schneller wandelnde Lebensumfeld in Familie und Gesellschaft stellt an die Schule in mehrfacher Hinsicht neue Anforderungen und eröffnet neue Chancen.

Mit den Lebensbedingungen verändern sich auch die Schülerinnen und Schüler selbst.

So haben etwa die grundlegend neuen Möglichkeiten, die sich im Medien- und Kommunikationsbereich bieten, ihre Auswirkungen sowohl auf die Kenntnisse, Erfahrungen und Fähigkeiten, die unsere Kinder und Jugendlichen erwerben, als auch auf die Art und Weise, wie sie sich diese aneignen.

Mit dem gesellschaftlichen Wandel entstehen neue Probleme, deren Lösung häufig zu großen Teilen der Schule zugewiesen wird (z.B. Wertewandel, Neigung zur gewaltsamen Konfliktlösung, Konsum- und Suchtverhalten.)

Wir begreifen die sich ändernde Ausgangslage für Schule und Unterricht als Herausforderung. Es ist klar, dass die Schule mit ihren Möglichkeiten nur in begrenztem Maße zur Lösung gesellschaftlicher und individueller Probleme beitragen kann; auf keinen Fall kann sie elterliche Erziehung ersetzen.

Die Schule wird auch weiterhin ein wichtiger Teil des Lebensumfeldes unserer Schülerinnen und Schüler sein. Deshalb werden wir die uns hier gegebenen Gestaltungsräume nutzen, um die geistige, körperliche und seelische Entwicklung unserer Schülerinnen und Schüler so zu fördern, dass sie innerhalb und außerhalb der Schule zunehmend selbstbestimmt und verantwortungsbewusst ihren Weg gehen können.

Auf diesem Weg werden unsere Kinder und Jugendlichen besonders stark von Neuerungen im Bereich der elektronischen Medien beeinflusst, deren vielfältiges Angebot in Verbindung mit weitgehender Freiheit der Auswahl geradezu einen Zwang zu rezeptivem und konsumorientierten Verhalten ausübt. Daraus resultiert die Anfälligkeit für Manipulationen jeder Art. Die Ausbildung einer mündigen und verantwortungsbewusst agierenden Persönlichkeit (statt eines "zufriedenen" Konsumenten) ist gerade in dieser Situation eine besonders anspruchsvolle Aufgabe.

Hier vermittelt unsere Schule durch qualifizierten, wissenschaftsorientierten Fachunterricht grundlegende Kenntnisse, Fähigkeiten und Haltungen, und zwar nicht allein durch Vermittlung von theoretischem Wissen, sondern ebenso durch kreative Auseinandersetzung mit den Gegenständen.

Die Breite unseres Bildungsangebots sorgt dafür, dass neben den für Beruf und unmittelbare Lebenspraxis unverzichtbaren Lernbereichen auch andere Aspekte der Lebenswirklichkeit in den Blick kommen: Ohne angemessene Berücksichtigung der sozialen, ethischen, religiösen, historischen, ästhetischen Dimensionen der Wirklichkeit erscheint das Gelingen eines wirklich menschlichen Lebens kaum vorstellbar, und gerade diese Bereiche kommen bei der heute vorherrschenden bewusst oder unbewusst konsumorientierten Lebensgestaltung zu kurz.

Diesen Trends, die die Entwicklung der Persönlichkeit gefährden, setzen wir den Gedanken "Gesunde Schule" entgegen: Wir wollen motorische, soziale und psychische Kompetenzen durch Lernangebote im musisch-ästhetischen Bereich besonders fördern. Dabei wird eine möglichst ganzheitliche, d.h. auch Körper und Emotionen einbeziehende Herangehensweise an Aufgaben und Problemstellungen in allen Fächern angestrebt.

Darüber hinaus werden wir den Unterricht über die Grenzen der klassischen Fächer hinweg stärker als bisher vernetzen und so den Unterrichtsertrag steigern, das Wissen vertiefen, die Methodenkompetenz verbessern und den Blick für Zusammenhänge öffnen.

Die Schule soll aber auch Schutzraum sein, in dem intellektuelle, psychische, soziale und motorische Kompetenzen entwickelt und erprobt werden können und in dem Fehler vor allem die Funktion haben, das weitere Lernen zu steuern und anzuspornen. In einer derartigen Stärkung des Vertrauens in die eigenen Kräfte und Fähigkeiten sehen wir die Grundvoraussetzung für Offenheit und Toleranz, Solidarität und Engagement und damit auch einen Weg der Suchtvorbeugung.

Wir verstehen die Schule auch ein wenig als "Zuhause": Eingebunden in lebendige Traditionen sollen Schüler verlässliche Orientierung und Hilfestellung erfahren bei den Fragen und Problemen, die sie beschäftigen. Sie sollen in vielfältiger Weise Gemeinschaft erfahren und gestalten, um die daraus erwachsenden Möglichkeiten, aber auch Zwänge kennenzulernen. In diese integrative Arbeit werden Kinder jedweder Herkunft einbezogen.

Die Verwirklichung aller zuvor genannten Zielvorstellungen steht unter entscheidenden Prämissen: Wir legen großen Wert darauf, das Verhältnis aller Mitglieder der Schulgemeinde zueinander, vor allem aber das Verhältnis zwischen Schülern und Lehrern so zu gestalten, dass es von Menschlichkeit und gegenseitiger Achtung geprägt ist.. Ebenso wichtig ist es, dass unter allen am Schulleben Beteiligten ein möglichst hohes Maß an Konsens über pädagogische Zielvorstellungen und Wege ihrer Durchsetzung besteht.

 

An die Schülervertretung stellen sich in Anlehnung an die bereits erwähnte, angestrebte engere Zusammenarbeit mit Lehrern und Eltern ebenfalls gesteigerte Anforderungen. Ihre Aufgabe ist, Interessen und Probleme der Schülerschaft gewissenhaft zu vertreten und somit auch die angestrebten Ziele von Werteerziehung und Erziehung zur Selbstständigkeit in der Schülerschaft zu fördern. Im Vordergrund steht jedoch Initiative, Kreativität und Selbstständigkeit, welche in Zusammenarbeit mit Lehrern und Eltern unterstützt und gefördert werden soll. Die Schülervertretung soll als verlässlicher Vermittler zwischen Schülerschaft und Lehrern agieren und für gute Zusammenarbeit aller drei Interessengruppen durch Projekte und Aktionen zuständig sein.

 

 

 

 

Schulprogramm in der Fassung vom 13.12.2000

Der erste Grundwert: Der "Pädagogische Grundkonsens"

Eine erfolgreiche Arbeit an der Schule bedingt einen von allen Beteiligten mit- getragenen Grundkonsens über pädagogische Ziele und Methoden.

 

Dies schließt ein, dass wir für die Erziehungsarbeit die Mitarbeit der Eltern wünschen und brauchen. Regelmäßige Kontakte zwischen Lehrern und Eltern fördern eine solche Kooperation. Besonders für die Eingangsklassen werden solche Kontakte über das vorgeschriebene Maß hinaus gepflegt (zusätzliche Sprechtage, Stammtische, Klassentreffen).

 

Jenseits der fachbezogenen Unterrichtsziele (dazu später ausführlich) sehen wir uns der Ausbildung sozialer Kompetenzen besonders verpflichtet. Zentraler Leitbegriff ist hier die "aktive Toleranz", die den anderen in seiner Andersartigkeit akzeptiert, aber dort zu Handlungsbereitschaft wird, wo eben dieser Grundwert in Frage gestellt wird. Schülerinnen und Schüler aller Nationalitäten und Konfessionen sind am Ratsgymnasium willkommen. Dementsprechend wird es am Ratsgymnasium keinerlei Duldung von Gewalt, auch nicht von psychischer Gewalt geben! Das Sich-Einsetzen von Schülern in diesem Sinne wird von der Schule gefördert (Zeichen gegen Gewalt, Streitschlichterprojekt). Eltern und Lehrer sind aufgerufen, sich ihrer Vorbildfunktion bewusst zu sein.

 

Soziale Kompetenzen sind für die Außenkontakte (siehe "Öffnung von Schule") ebenso nötig wie für den angemessenen Umgang miteinander in der Schule selbst. Wir gehen davon aus, dass auf der Grundlage gegenseitigen Respekts das Einhalten grundlegender Verhaltensregeln (Ehrlichkeit, Höflichkeit, Verlässlichkeit, Pünktlichkeit) die schulische Arbeit wesentlich erleichtert und die dadurch frei werdenden Energien dem Unterrichtsertrag unmittelbar zugute kommen. Dies schließt auch den verantwortungsvollen kostenbewussten Umgang mit Gebäude, Mobiliar, mit technischen Geräten und Materialien sowie eine Berücksichtigung ökologischer Belange (Müll, Energieverbrauch) ein. Ein gewisses Maß an Eigentätigkeit im Bereich Sauberkeit, Pflege und Instandhaltung soll diesem Ziel dienen.

 

Wie wir uns auf der einen Seite um eine Einbindung der Schüler in einen einsichtigen Verhaltenskodex bemühen, so soll gleichzeitig eine Stärkung selbstständigen Arbeitens und Produzierens sowie die Gelegenheit zur Übernahme von Verantwortung gefördert werden (Schülervertretung, Schülerlotsentätigkeit, Selbstverwaltung von Räumen und Dienstleistungen, z.B. die Schülerbücherei, eigenverantwortliche Leitung von Arbeitsgemeinschaften, Hausaufgabenhilfe).

Um solche Fähigkeiten zu entwickeln, schenken wir auch innerhalb des Fachunterrichts den fächerübergreifenden Kompetenzen wie Teamfähigkeit und Kreativität noch stärkere Aufmerksamkeit ("Lernen lernen").

 

 

Das eigenständige Erarbeiten und Vorstellen von Erkenntnissen soll regelmäßiger Bestandteil des Fachunterrichts ein. Dies ermöglicht dann ein hohes Niveau der in der Oberstufe als Regelleistung vorgesehenen Facharbeiten und Praktikumsberichte.

Dieser Ansatz schließt auch den pädagogisch reflektierten Umgang mit neuen Informations- und Kommunikationstechniken ein.

 

Den gewandelten Bedingungen, unter denen Kinder und Jugendliche aufwachsen, und den veränderten Anforderungen der Berufswelt entsprechend werden wir fortwährend prüfen, welche Methoden des Lernens die alten und bewährten ergänzen oder ablösen sollten.

Neue Entwicklungen im Bereich der Unterrichtsmethoden (Freiarbeit, Projektarbeit) werden im Hinblick auf ihren Ertrag und ihre Effizienz für die unterschiedlichen Kompetenzbereiche überprüft (Situation von Schule, Schülern; Bildungsziele), ggf. erprobt und gefördert.

 

Auch in diesem Bereich ist die Rückmeldung durch die Lernenden und die Eltern wichtig für ein fundiertes Urteil. Als ein Instrument dazu verstehen wir die im Mai 2000 ins Leben gerufene Planungsgruppe "Innovation", in der Eltern, Schüler und Lehrer gemeinsam zukunftsorientierte Konzepte entwickeln, um sie dann den Mitbestimmungsgremien zur Beratung, Entscheidung und Umsetzung vorzulegen.

 

Im Sinne der Präambel streben wir eine Verstärkung fächerübergreifenden und -verbindenden Lernens an. Wir sind dabei, organisatorische Konzepte weiterzuentwickeln, die einen solchen Ansatz von Lernen fördern (Projektwochen, -phasen).

 

Vorrangiges Bildungsziel unserer Schule ist das Abitur, verbunden mit der allgemeinen Hochschulreife. Die im Rahmen der Richtlinien auszuwählenden Inhalte und Methoden orientieren sich an diesem Bildungsziel. Lehrer und Schulleitung bemühen sich, die möglicherweise davon abweichenden Bedürfnisse von Schülern zu berücksichtigen, die dieses Bildungsziel nicht erreichen, beispielsweise durch frühzeitige Berücksichtigung berufsorientierender Elemente.

 

 

Schulprogramm in der Fassung vom 13.12.2000

 

"Ästhetische" gleich "Ganzheitliche" Erziehung

Der Begriff Ästhetik meint, wenn man das Wort von seiner Grundbedeutung im Griechischen her versteht, Wahrnehmung in einem umfassenden Sinn – zunächst Wahrnehmung mit den Sinnen, dann aber auch geistige Wahrnehmung. Um beides geht es in der ästhetischen Erziehung, die an unserer Schule traditionell einen großen Stellenwert hat.

In der heutigen von Technik und Medien geprägten Zeit kommt der unmittelbare Kontakt zur Wirklichkeit vielfach zu kurz. Weite Bereiche der Wirklichkeit werden zunehmend aus zweiter Hand erfahren: Wie Tiere leben, sieht man am besten im Fernsehen; sich fortbewegen heißt fahren, Spielen bedeutet, mit der Maus treffsicher zu klicken, einen Flirt startet man per Handy und wie man sein sollte, erfährt man aus der Werbung.

 

Damit geht eine Überbeanspruchung von Auge und Ohr und Intellekt einher, während Erfahrungen, die durch Tast-, Geruchs,- Geschmacks- und Gleichgewichtssinn oder durch Einfühlungsvermögen vermittelt werden, zu kurz kommen. Das hat Konsequenzen für die Persönlichkeitsentwicklung: Defizite wie geringes Bewegungsgeschick, mangelnde Fähigkeit zu ausdauernder Konzentration, ein unterentwickelter ästhetischer Sinn und vielleicht sogar Formen von Gefühlskälte können hier ihre Ursachen haben. Die von Haus aus relativ starke Intellektualisierung der gymnasialen Bildung könnte hier noch verstärkend wirken, wenn wir nicht darauf achteten.

 

Auf diese Gefahren reagiert unsere Schule, indem sie immer wieder Situationen schafft, die ein ganzheitliches Lernen, ein Lernen mit allen Sinnen, ermöglichen – Situationen, in denen man nicht nur etwas über Menschen und Dinge lernt, sondern durch Tun, Mittun, Mitfühlen, Sich-Hinein-Versetzen erfährt, was sie wirklich sind. Das geschieht schon immer in besonderer Weise in den musischen Fächern, den Naturwissenschaften und im Sportbereich, wird aber auch in vielen anderen Fächern durch Exkursionen, Projektarbeit usw. verwirklicht.

 

 

Unsere Schule geht hier jedoch in vielfältiger Weise über das normale Maß hinaus: Chor- und Orchesterarbeit, Musical- und Theateraufführungen, kreatives Gestalten im künstlerischen Bereich bis hin zum Großprojekt der Schulhofgestaltung, das Zirkusprojekt der fünften Klassen oder das Deutsch-Sport-Projekt können hier als Beispiele genannt werden.

Als Besonderheit unserer Schule soll in diesem Zusammenhang der Otium-Raum, "das Otium", vorgestellt werden. Der Raum ist nicht möbliert, aber mit vielen Beleuchtungsmöglichkeiten und einer

 

 

 

 

Musikanlage ausgestattet und wird von den Schülern ohne Schuhe und ohne Taschen betreten. Er bietet Möglichkeiten für Entspannungs- und Konzentrationsübungen, für Phantasiereisen, für das Ausgestalten eigener Gedanken und Gefühle in Tanz und Theaterspiel. Durch die Andersartigkeit seiner Gestaltung und Nutzung will er eine Veränderung der inneren Einstellung und der Wahrnehmung provozieren; er ist eine Art Symbol unserer Bemühungen um ästhetische, d.h. auch ganzheitliche Erziehung, soll aber mehr sein als ein Symbol : Er soll Erfahrungen Techniken und Haltungen vermitteln, die in die tägliche Unterrichtspraxis, den ganzen Schulbetrieb ausstrahlen und dort Verwendung finden.

 

 

 

Schulprogramm in der Fassung vom 13.12.2000

Der dritte Grundwert: Die "Gesunde Schule"

Der Begriff Gesundheit hat für uns mehrfache Bedeutung. Zum einen sind damit natürlich die äußeren Bedingungen des schulischen Umfeldes gemeint, zum anderen das Schulklima, also das tolerante und kooperative Umgehen der beteiligten Gruppen miteinander, insbesondere aber zeigt sich dieser Gedanke bei der Auswahl von Lerninhalten und Methoden.

Wir versuchen auf vielfältige Weise, dem lernenden Menschen in seiner Ganzheit, also für Körper, Geist und Seele, möglichst günstige Voraussetzungen zu schaffen.

Die etwa 1000 Schüler finden große, freundlich (mit-) gestaltete Klassenräume vor, die Oberstufe hat einen eigenen Aufenthaltsraum, ebenso die SV. Schulhöfe, Eingangsbereiche und Flure werden in einem ständigen Prozess von der Schulgemeinschaft so gestaltet, dass sich alle wohl fühlen. Dem Kollegium mit seinen etwa 75 Lehrern und Referendaren stehen das Große oder Kleine Konferenzzimmer zur Verfügung. Zusätzliche Arbeitsmöglichkeiten bestehen in der kleinen Bibliothek oder den naturwissenschaftlichen Fachbereichen.

Die Gesundheitserziehung wird am stärksten vom Biologieunterricht getragen; das Thema "Gesunde Ernährung" beispielsweise ist dabei aber nicht nur Unterrichtsgegenstand, sondern auch Leitaspekt im schulischen Alltag.

Im Politik- und Religionsunterricht gibt es zahlreiche Anlässe, Gesundheit in ihren verschiedenen Facetten zu thematisieren. Mancher Text, vom Zeitungsartikel bis zum Roman, beschäftigt sich mit Aspekten der Gesundheit und ihrer Gefährdung, z.B. Suchtverhalten, und ist damit möglicher Gegenstand des Deutschunterrichts vornehmlich der Mittelstufe.

 

Der ganzheitliche Anspruch unserer Pädagogik bleibt aber hier nicht stehen. Vielmehr suchen wir nach Möglichkeiten, die auch körperlich anstrengenden Lernprozesse aller Fächer zu erleichtern. Zur Abmilderung von unvermeidbaren Stresssituationen halten wir schon einmal inne und greifen zu verschiedenen Entspannungsmethoden, z.B. Formen des autogenen Trainings.

Andererseits setzen wir auf die entkrampfende Wirkung von Bewegung. So schaffen wir in den großen Pausen, in denen alle Schüler ihre Klassenräume verlassen müssen, Bewegungsanreize auf dem Schulhof bzw. Sportplatz. Der Sportunterricht hat vor diesem Hintergrund einen großen Stellenwert, zumal er seinen Hauptakzent mehr auf eine Art "Breitensport" denn auf Erreichen von Höchstleistungen setzt.

 

Wir verstehen unter Sucht nicht nur den Konsum illegaler Rauschdrogen, sondern gehen von einem erweiterten Suchtbegriff aus. Jede krankhafte Gewohnheit, Tätigkeit, die aus bleibender Frustration immer wieder ausgeübt wird, erfüllt den Sachverhalt der Sucht. Hier versuchen wir anzusetzen und die Kinder selbstbewusst und stark zu machen, zu stark für Drogen jeglicher Art. Dabei können wir auf drei zu Suchtprophylaxe-Beratern ausgebildete Lehrkräfte zurückgreifen, die neben speziellen Veranstaltungen (z.B. Suchtprävention in Klasse 8) auch diagnostizierende und beratende Funktion haben. Im Falle illegalen Drogenkonsums helfen die guten Verbindungen zur "DROBS" (Drogenberatungsstelle des Kreises).

Wir wollen nicht verschweigen, dass wir noch vieles bewegen müssen. Die Beratungslehrer sollten einen Raum und feste Sprechzeiten bekommen, der vorhandene Automat mit Mehrkornbrötchen und Salatbeilage sollte möglichst bald von einer Cafeteria mit einem breiten Angebot von Vollwertkost abgelöst, der Süßigkeitenverkauf dagegen eingeschränkt werden, die Raucherecke und Mülleimer müssen überflüssig und der geballte Stress des Vormittagsunterrichts könnte auf eine längere Zeit verteilt werden.

 

 

Schulprogramm in der Fassung vom 13.12.2000

 

Gymnasiales Profil (2. Fassung)

Die Zielvorstellungen, die in den vorhergegangenen Abschnitten entwickelt wurden, betreffen das Ratsgymnasium als allgemein bildende Schule. Als Gymnasium erweist sich unsere Schule durch die Anspruchsebene, auf der unsere Arbeit stattfinden muss, wenn wir den Erwartungen der Gesellschaft gerecht werden wollen.

Von den allgemein bildenden Schulen stellt das Gymnasium den höchsten Lern- und Leistungsanspruch, denn von ihm wird erwartet, dass es Allgemeinbildung und die für ein Studium erforderlichen Qualifikationen und Wissensgrundlagen vermittelt. Deshalb ist gymnasialer Unterricht wissenschaftspropädeutisch angelegt. Das bedeutet, dass in allen Bereichen die Komplexität der Lerngegenstände nicht über ein bestimmtes Maß hinaus reduziert wird, sondern dass ein breites Spektrum von Methoden zur Erschließung dieser Gegenstände vermittelt wird.

Für die Naturwissenschaften gilt dies ebenso wie für die Geisteswissenschaften. So wird z.B. der Sprachunterricht das Wahrnehmungsvermögen für die Bedeutungsvielfalt und den Aussagegehalt von Wörtern, Begriffen und Texten in unterschiedlichen Sprachen methodisch schärfen; deswegen gehört es zur gymnasialen Bildung, wenigstens zwei, möglichst jedoch drei oder sogar vier Fremdsprachen zu erlernen.

Das Überwinden des Lesewiderstandes, den ein anspruchsvoller Text bietet, und die Fähigkeit zur methodischen Problemlösung im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich sind grundlegende Bildungsziele in der modernen Wissenschaftsgesellschaft. Es ist eine wichtige Zukunftsaufgabe, die Möglichkeiten der neuen Medien in diese Bemühungen zu integrieren.

Auch der musisch-künstlerische Bereich hat grundlegende Bedeutung für die Allgemeinbildung. Dem tragen wir in besonderer Weise Rechnung durch die Einrichtung von Kunst-Leistungskursen und weiteren vielfältigen Möglichkeiten zu künstlerischer Gestaltung und musischer Betätigung (z.B. Theaterspiel oder Musizieren in Schulchor oder Schulorchester).

Mit ihrer modernen naturwissenschaftlichen Ausstattung, mit ihrem breiten fremdsprachlichen Angebot, in dessen Rahmen das Lateinische den oben genannten Forderungen in besonderer Weise entgegenkommt, und mit ihren Angeboten im musisch-künstlerischen Bereich ist unsere Schule für die Erfüllung des gymnasialen Anspruchs gut gerüstet.

Dieser Anspruch bietet auch den leitenden Aspekt für die Gewichtung aller sonstigen Aktivitäten und Ziele unserer Schule.

Für den Erfolg gymnasialer Bildung sind Anstrengungsbereitschaft und Durchhaltekraft bei schwierigen Aufgaben entscheidende Voraussetzungen; sie müssen deshalb eingefordert, aber auch immer wieder geübt werden.

Dass wir bei der Umsetzung des oben skizzierten Anspruchs unsere Schüler zwar fordern, aber nicht überfordern, wissen wir aus der letzten Elternbefragung, in der die weitaus meisten der befragten Eltern die Leistungsanforderungen an unserer Schule als "gerade richtig" einstuften.

 

 

Schulprogramm in der Fassung vom 13.12.2000

Standortbedingungen

Das Ratsgymnasium liegt am südwestlichen Rand der Innenstadt direkt am Grüngürtel des Glacis und der Bastau.

Die Verkehrsanbindung durch die unmittelbare Nähe zu den Bushaltestellen und den Radwegen rings um die Schule ist besonders günstig.

Der neu gestaltete, naturnahe Schulhof weitet sich zum Glacis hin aus. dadurch sind die Möglichkeiten zu biologischen Exkursionen erweitert worden. Weiterhin hat das Ratsgymnasium die Patenschaft für den Glacis-Bereich von der Bastau bis zur Königstraße übernommen.

 

Gleichzeitig ist das Ratsgymnasium sowohl mit seinem Hauptgebäude als auch mit der Dependence "Strothmann-Haus" und der Sternwarte in die "Kulturmeile" vom Simeonsplatz mit dem Preußenmuseum, dem Kultur- und Bildungszentrum der Volkshochschule, dem Theater am Weingarten, der Stadtbibliothek, dem Jazz-club, dem "Kulturcafé" bis hin zum Mindener Museum eingebunden.

 

 

 

Schulprogramm in der Fassung vom 13.12.2000

 

 

Schulwanderungen und Schulfahrten

 

 

Schulwanderungen und Schulfahrten sollen an allen Schulen unseres Landes Bestandteile der Bildungs- und Erziehungsarbeit sein. Für das Ratsgymnasium haben sie einen besonders hohen Stellenwert - aus Überzeugung und Erfahrung. Das zu beweisen fällt nicht schwer angesichts der Vielzahl von Veranstaltungen, die seit Jahren mit großer Regelmäßigkeit durchgeführt werden und ebenso angesichts der überaus positiven Resonanz vor allem bei den Schüler(inne)n. Mag es sich um eintägige oder mehrtägige Wanderungen und Fahrten, um Schullandheimaufenthalte, Studienfahrten und um internationale Begegnungen handeln - der Wert solcher Gemeinschaftserlebnisse außerhalb des schulischen Alltags, meist verbunden mit einer Erweiterung des kulturellen Horizonts, kann kaum überschätzt werden.

 

Die Schule ist bemüht, Planung und Durchführung der Fahrten in enger Abstimmung mit den Eltern zu gestalten und dabei auch kritische Anregungen - etwa in finanzieller oder ökologischer Hinsicht - angemessen zu berücksichtigen.

Obwohl Landesmittel nicht gewährt werden und alternative Finanzierungsmodelle (z.B. dass Schüler für die begleitenden Lehrer mitbezahlen) noch nicht realisiert worden sind, werden viele Fahrten durchgeführt.

 

Diese Veranstaltungen sind für jeden Schülerjahrgang gleichmäßig über die gesamte Schulzeit verteilt, auch mit Rücksicht auf die damit verbundenen finanziellen Belastungen der Eltern.

w eintägige Tagesausflüge

w (zumeist fachgebundene) Exkursionen einzelner Klassen oder Kurse

w mehrtägige "Kennenlern"-Fahrten (z.B. in Klasse 5; zusätzlich in der 7 geplant)

w einwöchige Klassenfahrten in Klasse 6 und 8

w Skifreizeit der Klassen 10 als Teil des Sportunterrichts (nach Vals, Südtirol)

w "Besinnungstage" der Jahrgangsstufe 11

w Studienfahrt der Jahrgangsstufe 13 (meist ins Ausland).- Sie werden in

   den Leistungskursen durchgeführt und unterrichtlich vor- sowie nach-

    bereitet und. finden in enger Kooperation mit dem Herder-Gymnasium

    statt. Die genauen Fahrtenziele werden zwischen Schülern und Lehrern

    abgestimmt.

 

 

Neben diesem festen Fahrtenkatalog gibt es die Möglichkeit zu Jahrgangsstufen übergreifenden internationalen Begegnungen mit Partnerschulen in

w England (Sutton)

w Frankreich (Pontcharra)

w Weißrussland (Grodno)

 

 

Schulprogramm in der Fassung vom 13.12.2000

Medienerziehung: Teil "Neue Medien"

Definition "Neue Medien": Der Begriff ist in Mode gekommen, ohne dass er genau abgegrenzt ist. Für das Ratsgymnasium ist er weitgehend gleichbedeutend mit dem Arbeitsmittel "Computer". Sein Einsatz geht über das bloße Vermitteln von Informationen hinaus: Archivierung, Katalogisierung, Verarbeitung und Präsentation von Informationen. Hinzu kommen Möglichkeiten der Prozesssimulation und Freiarbeit mit Lernprogrammen bis hin zu kreativer Arbeit zum Beispiel beim Programmieren, Gestalten der Homepage oder beim Komponieren.

 

Leitidee. Wir halten es für unerlässlich, neben den traditionellen Medien wie Buch, Zeitung, Bild, Film und Fernsehen den Schülerinnen und Schülern den sinnvollen und kritischen Umgang mit Neuen Medien handlungsorientiert zu vermitteln.

Dazu werden zwei Anknüpfungspunkte gewählt: Einerseits soll das selbstständige Arbeiten mit dieser neuen Kulturtechnik erlernt werden. Andererseits wird der Computer zur Erarbeitung traditioneller Unterrichtsthemen als weiteres Medium neben Medien wie Schulheft, Schulbuch, Sprachkassette und Video genutzt.

Im Sinne einer umfassenden Medienerziehung gilt es aber auch, Chancen, Grenzen und Risiken auch dieses Mediums aufzuzeigen.

 

Das Erreichen dieser Ziele möchten wir allen Ratsschülerinnen und –schülern unabhängig von ihrer sonstigen Schullaufbahn ermöglichen.

Neue Medien — Ausstattung der Schule. Das Ratsgymnasium Minden verfügt über drei (zwei davon in den Jahren 1998 und 2000 eingerichtete) Computerräume mit 16 bzw. 18 Schülerarbeitsplätzen. Weiter sind Computer, Drucker, Scanner und Beamer (Datenprojektionsgeräte) in Fachräumen, Konferenzräumen und in einigen Klassenräumen vorhanden. Transportable Laptop-Beamer-Kombinationen ergänzen die Ausstattung. Über das schulinterne Netzwerk ("Lernnetz") wird überall der Anschluss an das Internet realisiert. Email-Adressen für die schulische Nutzung werden individuell vergeben. Das Netzwerk erstreckt sich über Kupfer- und Glasfaserkabel sowie Funkverbindungen über das gesamte Schulgelände.

Es bedarf der Zusammenarbeit mit Eltern, Firmen und der Kommune, die Ausstattung zu erhalten und zu ergänzen. Zur Finanzierung müssen neue Wege gefunden werden, da die Unterstützung durch den Schulträger zurzeit nicht ausreicht.

 

 

Neue Medien — Fortbildung der Lehrer.

Das rasante Innovationstempo im Bereich der neuen Technologien erzeugt einen ständigen Bedarf an Fortbildung, die bei uns vor allem schulintern organisiert wird.

Zudem eröffnet sich im Bereich der Neuen Medien ein Lernfeld, in dem Lehrer und Schüler auf neue Weise gemeinsam lernen können.

 

 

Neue Medien — aktueller Stand. Vom Übungstext im Deutschunterricht der fünften Klassen bis zur Facharbeit der Oberstufe spannt sich ein weiter Bogen von Anwendungen, der fast alle Fächer tangiert:

u.a. Zeitungsprojekt, Auswertung von Befragungen, Internetrecherchen, Wetter-Simulation, publizierbare Praktikumsberichte.

Bemerkenswert sind Unterrichtseinheiten im Fach Musik, in denen mit Keyboard, MIDI-Schnittstelle und Computer komponiert wird, wobei Einblicke in die Produktionsmethoden der Musikindustrie ermöglicht werden.

Im Rahmen der Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern halten wir Kontakt zur Berufswelt.

Unsere Schülerinnen und Schüler können bereits heute über den Besuch einer Laptopklasse (beginnend ab Klasse 7) oder über die Wahl des Differenzierungsbereichs Informatik solide Basiskenntnisse erwerben.

 

 

Neue Medien — Laptopklassen. In den Laptopklassen wird jeder Schüler und jede Schülerin über einen Laptop-Computer verfügen, der über eine Funkverbindung mit dem Lernnetz verbunden ist. Im Unterricht kann er traditionelle Medien partiell ablösen: Das Austeilen von Unterrichtsmaterialien, das Schreiben und Präsentieren von Texten, die Konstruktion von mathematischen Zusammenhängen, die - auch fremdsprachliche - Korrespondenz sind Unterrichtsgebiete, die von den Neuen Medien besonders in den Laptopklassen profitieren. Überdies entwickeln die Schülerinnen und Schüler im Laufe der Schuljahre eine beachtliche Kompetenz im Umgang mit Computern und Standardsoftware, die eine gute Grundlage für Beruf und Studium sein wird.

Eigene Erfahrungen mit Laptopklassen haben wir noch nicht, da bei Drucklegung dieses Schulprogramms unser Projekt Laptopklasse in drei siebten Klassen gerade erst angelaufen ist. Im Raum Nordrhein-Westfalen sind wir bislang eine der wenigen Schulen, die dem Pilotprojekt am Ev.-Stift.-Gymnasium Gütersloh folgen.

 

Neue Medien — künftige Ziele. Wünschenswert ist eine kontinuierliche Integration der Neuen Medien in den gesamten Unterricht über alle Fächer, Klassen- und Jahrgangsstufen.

Dabei muss der Einsatz kritisch erfolgen; im Vordergrund stehen nach wie vor die traditionellen Aufgaben der Schule in Bildung und Erziehung.

 

Schulische Computerräume stehen den Schülern auch außerhalb der Unterrichtszeit zur Verfügung. So hat jeder Schüler die Möglichkeit, in Eigeninitiative im Bereich der "Neuen Medien" zu arbeiten. Unsere Schule legt neben dem Einbezug des Computers in den Unterricht auch viel Wert auf die Nutzung unserer "Medienräume" in der unterrichtsfreien Zeit (z.B. Internet- AG).

 

Dynamik — ein Hinweis. Angesichts des Innovationstempos der IT-Szene (IT = Informationstechnologie) beschreibt dieser Text nur einen momentanen Zustand.

Aktualisierungen finden Sie im Internet unter www.ratsgymnasium.de/schulprogramm/.

Weitere Informationen zur Projektierung und Finanzierung der Laptop-Klassen stehen unter www.ratsgymnasium.de/laptopklasse/.

 

 

Schulprogramm in der Fassung vom 13.12.2000

Gesundheitserziehung

Eine tragende Rolle hat hier unser Biologieunterricht mit folgenden Themen:

KLASSE 5/6:

 

w Richtige Ernährung und Zahnpflege, Hygiene

w Alkohol- und Drogenmissbrauch

w Schädigungen durch Rauchen

w Sexualkundeunterricht; Hygiene

w Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Verletzungen des Blutgefäßsystems

w Bedeutung der Röteln-Schutzimpfung (Das Gesundheitsamt bietet einmal jährlich

   für alle 13-jährigen Mädchen eine kostenlose Rötelnschutzimpfung in der Schule

   an.)

KLASSE 8-10:

w Vertiefung des in Klasse 5/6 Gelernten

w weitere Themen: Infektion mit HIV

Ergänzend zu den Unterrichtsinhalten werden 1-tägige Projekttage mit

außerschulischen Partnern durchgeführt, und zwar

 

w in Klasse 8 zur Suchtprävention

w in Klasse 9 zum Thema Liebe, Sexualität, AIDS

w in Klasse 10 ein Erste-Hilfe-Kurs

 

Auch außerhalb des naturwissenschaftlichen Fachunterrichts haben wir wichtige Ziele im Auge. Wir ermöglichen:

 

1. Stressverminderung durch

w ausreichende Pausen (Erste "Große Pause" dauert 20 min, die zweite 15 min)

w Bewegungsangebote auf dem Schulhof

w Sportplatz ist für Unterstufenschüler möglicher Spielplatz

w Leistungssport spielt nicht die Hauptrolle, sondern Freude an der

   Bewegung

w Einzelsportstunden als "Bewegungsangebot"

w Entspannungsübungen (in allen Fächern möglich)

w Unterricht im Otium

w Verteilung des Unterrichts auf den ganzen Tag (für eine Klasse 5

    geplant)

 

2. Gesunde Ernährung

w Vollwertbrötchenverkauf (Automat), zum Beginn des Schuljahres

   2001 soll er durch eine Cafeteria im Forum ersetzt bzw. erweitert 

   werden

w Verzicht auf Süßigkeitenverkauf, stattdessen Obst , Gemüse und

   Joghurt.

 

3. Suchtprophylaxe

w "Sucht" ist Thema mindestens in Klasse 5, 8, 9, 12 (Biologie,

   Politik, Religion, Deutsch)

w wir streben eine "Raucher-freie" Schule an; noch gibt es für

   Schüler der Oberstufe, die zugleich das 16. Lebensjahr vollendet

   haben, eine speziell ausgewiesene Raucherecke, für Lehrer ein

   Raucherzimmer im Keller des Altbaus

w wir haben drei ausgebildete Suchtprophylaxe-Lehrkräfte; geplant

    ist ein eigener Beratungsraum mit festen Besuchszeiten

 

4. Hygiene und Sauberkeit

Es gilt der Grundsatz: Jeder ist für die Sauberkeit des gesamten

Schulbereichs mitverantwortlich

w es sollte weitgehende Mülltrennung vorgenommen werden

w Müllvermeidung ist gewünscht (es soll keine Verpackungen in die

    Schule mitgebracht werden, die als Müll entsorgt werden müssen)

w fast alle Klassenräume haben ein eigenes Waschbecken

w Mitbeteiligung der Schülerinnen und Schüler beim Saubermachen:

w Klassenräume

w Schulhof

w Glacis-Betreuung durch Schüler der Klassen 8

    Einzelheiten werden in einem gesonderten Anhang geregelt.

 

 

 

Schulprogramm in der Fassung vom 13.12.2000

 

Soziale Integration und Soziales Lernen

Schule wird in zunehmendem Maße auch als Erziehungsinstanz gefordert sein. Bereits heute tritt die Schule neben das Elternhaus (und häufig genug an Stelle desselben) als zentraler Ort für Werteorientierung und Vermittlung sozialer Kompetenzen.

Auch das Ratsgymnasium wird mit diesen Aufgaben konfrontiert und stellt sich den Herausforderungen.

Es darf dabei nicht unerwähnt bleiben, dass diese Anstrengungen im Umfeld sich dramatisch verschlechternder Unterrichts- und Lernbedingungen unternommen werden müssen (Erhöhung der Klassenstärken trotz "schwierigerer Schüler", Erhöhung der Unterrichtsverpflichtung trotz vieler neuer Aufgaben außerhalb der Unterrichtszeit, wenig Fortbildungsangebote usw.). Wir erwarten von der Politik, dass hier bald Abhilfe geschaffen wird.

Wie an allen Schulen gibt auch an unserer Schule Erscheinungsformen von Gewalt und nicht angemessenem Sozialverhalten in allen Altersstufen. Zum Teil treten die damit in Zusammenhang stehenden Konflikte in den Klassengemeinschaften und im Unterricht auf; es kommt aber auch vereinzelt zu gewalttätigen Handlungen in Pausen und vor oder nach dem Unterricht. Immer häufiger müssen die Lehrer erkennen, dass Ermahnungen, Appelle und Ordnungsmaßnahmen nichts mehr bewirken. Oft sind die Lehrer allein schon aufgrund von Zeitmangel in solchen Situationen überfordert. Diesen Entwicklungen entgegenzutreten, begreifen Eltern, Schüler und Lehrer als gemeinsame Aufgabe.

 

 

Das Ratsgymnasium steht, wie alle anderen Schulen auch, nicht nur auf dem Feld Gewaltprävention und soziales Lernen vor neuen Aufgaben. Das Schulprogramm zeigt deutlich, dass wir uns in vielen Bereichen engagieren und neue Wege gehen (AIDS-Aufklärung, Drogenprophylaxe, Medienerziehung und Medienkompetenz u.v.m.).

Wir treten jeder Form von Abwertung unserer Schüler oder Lehrer entgegen. Mobbing wegen äußerer Merkmale oder innerer Einstellungen darf es am Ratsgymnasium nicht geben.

 

Wertorientierungs- und Verhaltenslernen fängt im ganz normalen Unterricht an. Insbesondere das täglich erfahrbare Lehrer- wie Schülerverhalten erzielt mehr Wirkung als noch so gut gemeinte Einzelprojekte.

Das Kollegium des Ratsgymnasiums arbeitet u.a. im Rahmen pädagogischer Tage auch an einem gemeinsamen Konfliktbearbeitungskanon.

Darüber hinaus gibt es insbesondere in der auf diesem Feld so wichtigen Erprobungsstufe eine intensive Zusammenarbeit der in den Klassen tätigen Lehrer. Daraus ergaben sich in den letzten Jahren eine Reihe von Innovationen, die gut geeignet sind, soziale Lernprozesse zu unterstützen:

w Klassenlehrerteams, Klassenlehrerstunden (zum Teil in Doppel-

    besetzung)

w Schülerpaten

w Kennenlernfahrten

Auch Schülern, die außerhalb der Eingangsstufen neu zum Ratsgymna-sium kommen, werden besondere Hilfen angeboten, um eine schnelle Integration zu ermöglichen. Angehörige aller ethnischen Gruppen und Weltanschauungen sollen sich wohl fühlen.

Wünschenswert ist sicher, dass möglichst viele Kollegen ihr Repertoire an Interventionsmöglichkeiten in Gewalt- und Konfliktsituationen im Rahmen von Trainings oder Fortbildungen erweitern können.

 

 

Die Erfahrungen anderer Schulen zeigen, dass gerade auch ein verstärktes Engagement von Schülern hilft, Konflikte zwischen Schülern schnell und effektiv zu lösen. Es wäre denkbar auch am Ratsgymnasium Streitschlichtung durch speziell ausgebildete Schüler zu institutionalisieren. Bei der Ausbildung sozialer Kompetenz im Bereich Konfliktlösung durch Mediation kann auf die Unterstützung des "Bundes für soziale Verteidigung", Minden, gesetzt werden, der bereits an anderen Mindener Schulen bei der Umsetzung dieses Programms mitgewirkt hat.

Dem Sport soll eine größere Rolle zugewiesen werden. Durch kontinuierlich veranstaltete Sportturniere und Wettkämpfe soll der Bewegungsausgleich zum Unterricht gefunden werden, und vor allem den Schülerinnen und Schülern der Unterstufe durch das Einsetzen im Spiel für die eigene Schule, eine innere Bindung zu unserer Schule vermittelt werden. Dieses ließe sich vorrangig durch Spiele gegen andere Schulen bewirken und eine Art "School-Spirit" entstehen.

 

 

Schulprogramm in der Fassung vom 13.12.2000

Fächerverbindender Unterricht

 

Der fächerverbindende Unterricht hilft den Schülerinnen und Schülern, die zu lernenden Sachverhalte im Zusammenhang (Lernen im Kontext) aufzunehmen. Dies kommt dem assoziativen Lernverhalten insbesondere der Schülerinnen und Schüler am Gymnasium entgegen. Es ist ein Ziel der gymnasialen Ausbildung, dass die Jugendlichen während ihrer Schulzeit die Fähigkeit erwerben, Problemstellungen eigenständig zu lösen.

Das assoziative Lernen hilft den Absolventen des Gymnasiums, sich auf ihr zukünftiges Berufsleben vorzubereiten, in dem sie sich kurzfristig auf neue Entwicklungen einstellen müssen.

Im Unterricht aller Fächer kann fächerübergreifend gearbeitet werden. So wird z.B. die Höhe eines Baumes im Biologieunterricht mit Hilfe des Strahlensatzes berechnet. Im Fach Kunst wird ein Bild erläutert, wobei auf die Historie seiner Entstehung eingegangen wird.

Unter fächerverbindenden Unterricht wird die Zusammenarbeit von zwei oder mehreren Fächern an einem gemeinsamen Projekt verstanden.

Am Ratsgymnasium wird seit 1994 in der Differenzierten Mittelstufe Unterricht mit fächerverbindenden Unterricht angeboten. Die Leitfächer sind dabei Biologie, Informatik oder Kunst. In der Sekundarstufe I hat sich die Absprache der Fachlehrer, Eltern und Schüler über die sich im Schuljahr anbietenden fächerverbindenden Unterrichtssequenzen bewährt. In der Sekundarstufe II beschließen die Fachkonferenzen, inwieweit fächerverbindende Themen für den Lehrplan des Ratsgymnasiums erprobt werden sollen.

Aus unserer bisherigen Arbeit werden hier einige Beispiele für fächerverbindenden Unterricht genannt.

 

Klasse 5

w Deutsch und Sport: Produktion eines Märchen, Aufführung des

    Märchens.- Wiederholt wurden Klassen des Ratsgymnasiums für eine

    solche Leistung bei Wettbewerben ausgezeichnet.

 

Klasse 6

w Deutsch und Religion: Die Probleme der Figuren der Erzählung

    "Damals war es Friedrich" werden im Religionsunterricht aufgegriffen

    und erörtert.

w Deutsch und Geschichte: Im Deutschunterricht wird ein Jugendbuch

    gelesen, dessen Handlung in der Steinzeit spielt (Unterrichtsgegen-

    stand Geschichte)

 

Klasse 7

w Deutsch und Musik: Im Deutschunterricht werden Balladen gelesen,

    während im Musikunterricht diese Kunstform exemplarisch vorge-

    stellt wird.

 

Klasse 8

w Biologie und Deutsch: Im Fach Biologie wird der Wald mit seinen

    Organismen untersucht. Gedichte und Prosa, die z.B. von Bäumen

    oder Tieren des Waldes handeln, stellen eine Verbindung zum Biolo-

    gieunterricht her.

 

Klasse 9

w Deutsch und Biologie: Im Fach Deutsch wird über das Thema

    "Junge Liebe/Pubertät/Spannungsfeld Sexualität" gearbeitet, während

    das Fach Biologie in der Menschenkunde Kenntnisse zum Thema

    "Bedeutung von Hormonen für Fortpflanzung und Entwicklung"

    vermittelt.

 

Differenzierungskurs (Jahrgangsstufen 9 und 10)

w Leitfach Informatik: Mathematische Programme zur Modell-

   bildung und Problemstellungen aus der Physik werden u.a. in den

   Informatikunterricht neben allgemeinen Kenntnissen der Nutzung

   der Informationstechnologie eingebunden.

w Leitfach Biologie: In der Jahrgangsstufe 9 wird die Umgebung der Stadt Minden untersucht. Geographische Aspekte werden in den Unterricht eingebaut. In der Jahrgangsstufe wird das Thema "Natur als Rohstofflieferant" unterrichtet. Neben der Biologie der Pflanzen werden hier weiterführende chemische Kenntnisse und Grundkenntnisse der Verfahrenstechnik vermittelt.

w Leitfach Kunst: In diesem Kurs wird die Kunst im gesell-

    schaftlichen Umfeld gesehen.

    Mit der Umsetzung der neuen Oberstufenrichtlinien (ab Schuljahr 1999/2000) wird dort das Lernen im Kontext verstärkt gefördert.

 

Jahrgangsstufe 11

In der Jahrgangsstufe 11 soll ein Projekt durchgeführt werden, in dem anhand von statistischen Verfahren ein Methodentraining durchgeführt wird. Bewährt hat sich die Zusammenarbeit zwischen den Sozialwissenschaften und Mathematik, bei der die Daten einer Umfrage im Mathematikunterricht statistisch ausgewertet wird. Diese Ergebnisse wurden als Computergraphik dargestellt.

Das Fach Biologie hat sich in der Physiologie für das Schwerpunktthema "Sport- biologisch betrachtet" entschieden. In diesem Projekt arbeitet das Fach Biologie mit dem Fach Sport zusammen.

 

Schulprogramm in der Fassung vom 13.12.2000

 

 

Studien- und Berufsorientierung

w Am Ende der Schulzeit sollen die Schülerinnen und Schüler zu einer

   qualifizierten Studien- und Berufswahl in der Lage sein.

w Sie sollen die Studien- und Berufswahl als Teil ihrer Lebensplanung

    verstehen.

w Sie sollen Problembewusstsein für die Veränderungen in der Arbeits-

    welt entwickeln und ihre Auswirkungen für den Arbeitsmarkt.

w Sie sollen die Kompetenz erwerben, unterschiedliche Informations-

    quellen zu den Anforderungen in der Arbeitswelt zu sichten und für

    sich nutzbar zu machen.

w Sie sollen Entscheidungsstrategien für die Studien- und Berufswahl

    ausarbeiten.

Die Maßnahmen am Ratsgymnasium Minden zur Berufsorientierung und zur Berufswahl sind ausgelegt auf das Bildungsziel Abitur; daher liegt der Schwerpunkt in der Sekundarstufe II. Sie sollen ausdrücklich aber auch der Tatsache Rechnung tragen, dass manche Schülerinnen und Schüler schon vor dem Abitur die Schule verlassen. Berücksichtigt werden dabei sowohl die aus der Klasse 10 zu einem Ausbildungsplatz oder zu einer weiterführenden Schule wechselnden Schüler als auch die Abgänger der Jgst. 12, die das Ratsgymnasium mit dem schulischen Teil der Fachhochschulreife verlassen.

Ausgehend von der Notwendigkeit des lebenslangen Lernens soll besonders im Zeitalter der Globalisierung die Förderung folgender Fähigkeiten selbstverständlich werden und zur Ich-Stärkung führen:

w Beherrschung von Schlüsselqualifikationen

    - Teamfähigkeit

    - Methodenkompetenz

   - Flexibilität

w Fähigkeit zu Projektarbeit

w Kommunikationsfähigkeit (z.B. adäquate Präsentation von Arbeits-

    ergebnissen)

w Kreativität

 

 

Die Träger der Berufsorientierung am Ratsgymnasium sind zur Zeit:

w die Beratungslehrer

w ein Berufsorientierungsteam ("B.O.-Team")

w die Betreuungslehrer des Betriebspraktikums (alle GK- und LK-Lehrer

    der Jgst.11)

w das Arbeitsamt

w Betriebe und Unternehmen der Region ("Schule & Co").

    Im Rahmen des Kooperationsvertrages mit der Sparkasse Minden-

    Lübbecke werden Unterrichtssequenzen entwickelt, die berufs- und

    wirtschaftsorientierte Themen betonen

    Eine größere Rolle sollen in der Zukunft insbesondere spielen:

w die Eltern (stärkerer Erfahrungsaustausch zwischen Beruf und Unter-

    richt; Einbringen beruflicher Erfahrungen)

w die Jahrgangsstufenleiter in der Sek II und der Koordinator für die

    Oberstufe

 

Informationen zur praktischen Umsetzung in den einzelnen Jahrgangsstufen sind dem Anhang 1 zu entnehmen.

 

 

Anhang 1

Berufsorientierung soll als langfristiger Prozess verstanden werden, der nicht nur die konkrete Berufswahl beinhaltet, sondern auch allgemein die Auseinandersetzung mit der Arbeitswelt fördert.

Dies wird unterstützt durch eine fächerübergreifende Unterrichtsarbeit, die in allen Klassenstufen (schon ab Kl. 5) die Problematik im Blick hat und alle sinnvollen Ansatzpunkte zu einer Behandlung nutzt.

Dabei ist anzustreben, die Berufsorientierung nicht im Sinne eines zusätzlichen Themas abzuhandeln, sondern sie als wichtigen Aspekt in die Unterrichtsarbeit zu integrieren.

Folgende Anknüpfungspunkte bieten sich beispielsweise an:

 

Klasse 5 und 6

Deutsch:

w Eltern berichten über ihren Beruf

w Interviews

 

w Umfragen

    Politik:

w Erkundungen im Supermarkt, beim Bäcker

w Kinderarbeit in der Dritten Welt

    Geschichte

w Geschichte der Arbeit – von der Steinzeit zu Hochkulturen; Ansehen

    der Handarbeit im Athen der Antike

 

Klasse 10

Politik:

w Veränderung der Arbeitswelt

w geschlechtsspezifische Probleme

    Erdkunde:

w Leben und arbeiten auf dem Dorf/in der Stadt

    Deutsch:

w Bewerbungen, Lebenslauf, Bewerbungsgespräch

w Besuch des BIZ (Arbeitsamt Herford bzw. Minden)

w Besuch von Info – Messen: z.B. Berufskolleg/ Ausbildungsmesse

    Espelkamp

w Info über Alternativen zu Sek. II und Abitur für Interessenten ( An-

    fang 10)

w Banken- Broschüre "Start frei" für alle Schülerinnen und Schüler

    Religion:

w Lebensplanung, Lebensentwürfe

    In Zukunft müssen für alle Klassen und alle Fächer weitere Anknüpfungspunkte gesucht, beschrieben und umgesetzt werden.

 

 

Auslandsaufenthalte

Schülerinnen und Schüler der Jahrgangstufen 10 bis 13 werden am Ratsgymnasium in großer Breite über berufliche Möglichkeiten informiert.

Es gibt ein immer größeres Interesse an Auslandsstudien bzw. berufsbedingten Aufenthalten im Ausland, welche vor allem von Schülerinnen und Schülern geäußert und von Industrie und Wirtschaft gefordert werden. Das Ratsgymnasium unterstützt und fördert den Auslandsaufenthalt von Schülern besonders der Jahrgangsstufe 11. In allgemeiner und persönlicher Beratung werden interessierte Schülerinnen und Schüler der Jgst. 10 über die Möglichkeiten und Risiken informiert. Ehemalige Austauschschüler berichten dabei über ihre Erfahrungen.

 

Jahrgangsstufe 11

Hier beginnt die Phase der stärkeren Öffnung der Schule zur Wirtschaft.

w 2-wöchiges Schüler-Betriebs-Praktikum mit intensiver Vor- und

    Nachbereitung (Praktikumsbericht etc.) Es soll diskutiert werden,

    das Praktikum auf drei Wochen zu verlängern. Der Termin soll so

    mit anderen Schulen koordiniert werden, dass ein möglichst großes

    Angebot von Plätzen entsteht

 

w bei Interesse und nach Absprache mit den Schülern 2-tägiges

    Seminar , z.B. Haus Neuland in Sennestadt ("Abitur- und dann?")

w Methodentage, mind-mapping etc.

 

Jahrgangsstufen 12 und 13

w Betriebserkundungen (eintägig) mit gezielten Beobachtungsaufträ-

    gen / Leitfragen, kurzem schriftlichen Bericht (z.B. Melitta, Spar-

    kasse, Gericht etc.)

w Materialien des Arbeitsamtes

    - monatlich Zeitschrift "abi"

    - Buch "Studien- und Berufswahl"

    - Broschüre "Ausbildung – Studium – Beruf"

w dazu

    - Sprechtage

    -Einzelberatung

    - berufsbezogene Beratung

    - Vortragsreihe

w Uni-/ Fachhochschulbesuch

w Bewerbertraining Arbeitsamt, AOK, Volksbank

w Test –Training

w Gesprächsreihe mit Ehemaligen: Studierende in der Schule

w Lions- /Rotary – Club: Werkstattgespräche

w Abende zur Berufsorientierung: Vorstellung verschiedener Berufs-

    felder (IHK)

w Entscheidungshilfen für Unentschlossene

 

Jahrgangsstufenübergreifend:

Seit Anfang 1999 gibt es am Ratsgymnasium eine AG zur Berufsorientierung "Rat am Rats", in der Schüler und Schülerinnen der Klassen 9 – 13 in der Regel außerhalb der Unterrichtszeit die Möglichkeit haben, durch die Besichtigung verschiedenster Firmen (ABB, Cynex) und Institutionen (Polizei, WDR) oder den Besuch einschlägiger Veranstaltungen (Nixdorf Museumsforum/ Ausbildungsmesse Paderborn) vielfältige Einblicke in interessante Bereiche des Berufslebens zu nehmen und sich vor Ort über alle anstehenden Ausbildungsfragen und Berufsperspektiven zu informieren.

Am Ende soll den Schülern ein Zertifikat über die Teilnahme an den Maßnahmen zur Berufsorientierung ausgestellt werden.

 

Anhang 2

Kurzfristige Vorhaben

In der nächsten Zeit soll die Berufsorientierung am Ratsgymnasium spezielle Räumlichkeiten (Räume 006 und 007) erhalten, in denen die Schüler und Schülerinnen auch individuell mit Hilfe des Internets weltweite Informationsmöglichkeiten zu Studien- und Berufsfragen nutzen können:

w Internetanschluss, Computer: CD – ROMs / berufskundliche

    Informationsquellen

w Materialien: Blätter zur Berufswahl, Info – Broschüren des Arbeits-

    amtes, Infos von Firmen/ Institutionen

w Im Flur im Erdgeschoss Altbau soll ein großes ‚Schwarzes Brett’ für

    den Aushang von Hinweisen aller Art zum Thema bereitgestellt wer-

    den.

 

Langfristig wünschenswert

w Ein zweites (Sozial-?) Praktikum z.B. in der 9 oder 10

w spezielle Veranstaltungen:

    - z.B. Mädchen in typischen "Männerberufen" (z.B. in Zusammen-

      arbeit mit der FH Bielefeld)

    - Kollegiumsinterne Fortbildungen: z.B. Teamorientierung (in

      Zusammenarbeit mit Trainern der Bezirksregierung Detmold für

      pädagogische Schulentwicklung, mit Betriebs – Experten, der

      Bertelsmann – Stiftung , der FH Bielefeld)

w andere Formen der Kooperation mit dem Arbeitsamt (Modell

    Detmold)

w intensivere Einbeziehung der Eltern : Information -Kooperation in

    Planung und Durchführung

 

Schulprogramm in der Fassung vom 13.12.2000

 

Die Erprobungsstufe

Unter dem Begriff "Erprobungsstufe" werden die Klassen 5 und 6 zusammengefasst. In der Ausbildungsordnung der Sekundarstufe I heißt es:

 

"Die Erprobungsstufe dient der Förderung, Erprobung und Beobachtung der Schülerinnen- und Schüler, um in Zusammenarbeit mit den Erziehungsberechtigten die Entscheidung über deren Eignung für die gewählte Schulform sicher zu machen."

Das Konzept der Erprobungsstufe des Ratsgymnasiums sieht eine Reihe von Maßnahmen vor, um den Schülern den Übergang von der Grundschule zum Gymnasium zu erleichtern.

Dazu gehören auch die räumlichen Voraussetzungen: Die Klassen 5 und 6 verfügen über Räume, die auf eigenen Fluren liegen und die nicht von anderen Schülern benutzt werden.

 

Inhaltlich und formal wird die Arbeit der Grundschule fortgesetzt; die Erprobungsstufe führt dann schrittweise zu der eigenen Arbeitsweise des Gymnasiums hin.

Bei der Zusammensetzung der neuen Klassen versuchen wir weitgehend den Wünschen der Eltern zu entsprechen. Nach Beratung mit den Klassenlehrern der Grundschulen bilden wir die neuen Klassen. So können positive Verbindungen erhalten bleiben. Neben dem individuellen Austausch der Klassenlehrer mit ihren Grundschulkollegen fördern wir den Kontakt zwischen den Schulformen durch Hospitationen und gemeinsame Konferenzen.

 

Die Klassen der Erprobungsstufe werden möglichst gemeinsam von einer Klassenlehrerin und einem Klassenlehrer geleitet, die zusammen etwa ein Drittel der Unterrichtsstunden erteilen; damit wird die Anzahl der Fachlehrer möglichst gering gehalten. Wir nähern uns hier also dem Klassenlehrer-Prinzip der Grundschule und sind somit in der Lage, ganz intensiv mit den neuen Schülerinnen und Schülern zusammen an der Schaffung einer neuen Klassengemeinschaft zu arbeiten. Hierbei nimmt in der Klasse 5 die gemeinsame Klassenlehrerstunde eine besondere Stellung ein. Sie dient dazu:

 

w den Schülern Raum zur Reflexion ihrer Schulerfahrungen zu geben

w Hilfen bei der Organisation der Unterrichtsvor- und -nachbereitung

    anzubieten

w Entspannungstechniken einzuüben

w die Klassengemeinschaft zu stärken, z.B. durch pädagogische Spiele

w Fahrten, Feste usw. vorzubereiten

    Weitere Maßnahmen, die der oben genannten Zielsetzung dienen, sollen hier stichwortartig aufgezählt werden:

 

w Kennen lernen bereits vor den Sommerferien

w zusätzliche Betreuung der Klassen durch Paten

w verstärkter Sportunterricht in der Klasse 5 (vier statt drei Stunden)

w besondere Gestaltung der ersten Schulwoche (verstärkter Klassen-

    lehrereinsatz)

w eine frühe zweitägige Kennenlernfahrt in der Klasse 5

w eine einwöchige Klassenfahrt zu Beginn der Klasse 6

Mit Beginn der Klasse 5 lernen die Schüler neben den Fächern, die ihnen aus der Grundschule bekannt sind, neue Fächer aus dem Bereich Naturwissenschaft, Gesellschaftswissenschaft und die Fremdsprache kennen.

Nur das Ratsgymnasium bietet neben dem üblichen Beginn mit Englisch als erste Fremdsprache Latein ab Klasse 5 an. Schüler, die diesen Weg wählen, erwerben schon am Ende der Klasse 10 das Latinum.

Die Lateinanfänger werden in den Klassen 5 und 6 zusätzlich auch mit drei Wochenstunden im Fach Englisch unterrichtet. Zum einen stellt das Erlernen gleich zweier Fremdsprachen für begabte Schüler eine interessante Herausforderung dar und zum anderen wird der Kontakt mit der lebendigen Fremdsprache frühzeitig geknüpft bzw. es wird an die Grundschulerfahrungen angeknüpft.

 

Es ist bereits zum Schuljahr 2001/2002 geplant, interessierten Schülerinnen und Schülern, die mit der ersten Fremdsprache Englisch angefangen haben, bereits ab Klasse 6 Französisch anzubieten.

 

Uns ist daran gelegen, mit den Eltern zusammenzuarbeiten und ihnen so früh wie möglich über die Entwicklung ihrer Kinder zu berichten. Neben den Elternsprechstunden haben wir zu diesem Zweck einen frühen Elternsprechtag nur für die Eltern der Schülerinnen und Schüler der Klasse 5 eingerichtet (meist Mitte Oktober).

 

Über die in den verschiedenen Gremien vorgesehene Elternarbeit hinausgehend, gibt es neben individuellen klasseninternen Unternehmungen auch Veranstaltungen für die Jahrgangsstufe, beispielsweise einen Schulgottesdienst, das ZirkusProjekt, den Weihnachtsbasar oder eine von der Schülervertretung organisierte Fete.

 

 

 

Schulprogramm in der Fassung vom 13.12.2000

Differenzierte Mittelstufe (Wahlpflichtbereich II)

Die Schülerinnen und Schüler sollen im Differenzierungsbereich der Klassen 9 und 10 Schwerpunkte setzen, die ihren Neigungen und Interessen entsprechen. Die Schule bietet hierzu im Rahmen ihrer Möglichkeiten ein Programm an, dessen einzelne Punkte verschieden, aber gleichwertig sind und somit unterschiedlichen Begabungen Rechnung tragen.

Im Zeichen der zunehmenden europäischen Integration kommt heute den Fremdsprachen eine besondere Bedeutung zu. Das Ratsgymnasium bietet den Schülern die Möglichkeit, Französisch als 3. Fremdsprache zu erlernen. Der Unterricht kann bis zum Abitur geführt werden. Die Beginner ab Klasse 7 und 9 werden ab Klasse 11 in gemeinsamen Kursen unterrichtet, was für Schüler, die ihre zwei Differenzierungsjahre genutzt haben, normalerweise kein Problem darstellt.

Schülerinnen und Schüler, die zunächst Englisch und Französisch in den Klassen 5 und 7 gewählt haben, können ab Klasse 9 Lateinisch als dritte Fremdsprache wählen und das Latinum erwerben, wenn sie bis zum Ende der Jahrgangsstufe 12 am Lateinunterricht teilgenommen und dann mindestens die Note "ausreichend" erreicht haben. Der Lateinunterricht zielt auf die Fähigkeit ,anspruchsvolle Texte detailgenau zu verstehen und in angemessenes Deutsch zu übertragen. Insgesamt ist der Unterricht so angelegt , dass er einen Einblick in das antike Leben und Denken vermittelt. Auch das Altgriechische kann im Differenzierungsbereich gewählt werden. Es verlangt vom Lernenden hohen Einsatz , der aber erfahrungsgemäß durch Freude an der Sache belohnt wird. Wenn nicht genügend Schüler für einen Griechischkurs zusammenkommen, wird eine jahrgangsstufenübergreifende Griechisch-AG angeboten .

Neben den Sprachen werden Kurse mit den Schwerpunktfächern Informatik, Kunst oder Biologie angeboten.

Die Bedeutung der Informatik in unserer Zeit ist offensichtlich! Die Ausrüstung mit modernen PCs, die über ein internes "Lernnetz" jederzeit eine Einbindung des Internets ermöglicht, führt zu einem zeitgemäßen Informatikunterricht, entsprechend den Richtlinien. In der Klasse 9 wird Informatik entsprechend den Richtlinien "Informatik für die Sekundarstufe I". Tabellenkalkulation, Internet, Textverarbeitung sind hier inhaltliche Schwerpunkte. In Klasse 10 wird die Fächerkombination Informatik / Physik nach einem eigenen Lehrplan mit dem Schwerpunkt Prozessdatenverarbeitung unterrichtet .

In der Fächerkombination Kunst / Politik mit dem Arbeitstitel "Kunst im gesellschaftlichen Umfeld" wird methodisch ein ganzheitliches, prozessorientiertes, projektartiges Vorgehen unter Einbeziehung der Lebenswirklichkeit der Schüler angestrebt . Nach Möglichkeit sollen selbstständiges Arbeiten und die Gruppenfähigkeit der Schüler geschult und gefördert werden. Kernziel des Unterrichts ist die Entwicklung einer individuellen Kreativität durch das eigene praktisch-künstlerische Gestalten. Dieses wird ergänzt durch die Reflexion von und über Kunst und Gestaltung allgemein .

Unter dem Arbeitstitel "Umwelt hat Geschichte" (Biologie / Geographie) werden in der Jahrgangsstufe 9 geographische, geologische und biologische Zusammenhänge des Mindener Umlands behandelt. Urstromtal der Weser und Weserterrassen, Moore als Zeugen einer eiszeitlichen Vergangenheit und Kies-Seen als Artefakte in der Weser-Auenlandschaft sind die wesentlichen Themen. Exkursionen und Besuche von kommunalen Archiven runden den Unterricht ab. Der Kurs mit der Fächerkombination Biologie / Chemie hat in der Klasse 10 den Arbeitstitel "Natur als Rohstofflieferant" . Hier werden die Biologie von Nutzpflanzen besprochen sowie die Gewinnung und Verarbeitung von pflanzlichen Rohstoffen.

Die Sprachen werden 4-stündig unterrichtet, die übrigen Kurse 3-stündig. In jedem Halbjahr werden 2 Klassenarbeiten geschrieben. In einigen Kursen kann eine Klausur auch durch eine umfangreiche Hausarbeit ersetzt werden Sie stellt dann eine gute Vorbereitung für die in der Jahrgangsstufe 12 für alle Schüler verbindliche Facharbeit dar.

 

Schulprogramm in der Fassung vom 13.12.2000

Die Sekundarstufe II

Die gymnasiale Oberstufe setzt die Bildungs- und Erziehungsarbeit der Sekundarstufe I fort, vertieft und erweitert sie und schließt mit der Abiturprüfung ab und vermittelt die allgemeine Hochschulreife. Individuelle Schwerpunktsetzung und vertiefte allgemeine Bildung führen auf der Grundlage eines wissenschaftspropädeutischen Unterrichts zur allgemeinen Studierfähigkeit und bereiten auf die Berufs- und Ausbildungswelt vor.

Die gymnasiale Oberstufe besteht aus

w der Einführungsphase (Jahrgangsstufe 11) und

w der Qualifikationsphase (Jahrgangsstufen 12 und 13).

    Am Ende der Jahrgangsstufe 13 finden die Zulassung zur Abiturprüfung und die Abiturprüfung statt, durch die ein Schüler die Allgemeine Hochschulreife erreichen kann.

 

Unser Ziel ist es, für die Oberstufen-Schüler ein möglichst breites Fächerangebot zu sichern.

In der Regel kommen mit Beginn der Jahrgangsstufe 12 als Leistungskurse zustande:

Aufgabenfeld I : Deutsch, Englisch, Kunst, Französisch

Aufgabenfeld II : Geschichte, daneben Erdkunde oder

Sozialwissenschaften.

Aufgabenfeld III: Mathematik, Biologie; daneben Physik, Chemie oder

Informatik

 

Im Grundkursbereich findet sich ständig das Fach Rechtskunde und innerhalb der Sportkurse der Schwerpunkt "Gymnastik/Tanz".

 

 

Seit Jahren besteht Kooperation mit dem benachbarten Herdergymnasium. Zur Erweiterung des Fächerangebots werden gegebenenfalls also Kurse aus Schülern beider Schulen gebildet.

Es besteht zu Beginn der Oberstufe, in der Jahrgangsstufe 11, noch einmal die Gelegenheit, eine Fremdsprache neu zu erlernen. Angeboten werden Französisch, Russisch und Latein.

 

 

Um den Übergang vom Klassenverband der Sekundarstufe I zum Kurssystem der Sekundarstufe II zu erleichtern, werden in der Jahrgangsstufe 11 in den Fächern Deutsch, Englisch, Mathematik und Sport schüleridentische Kurse gebildet.- Es werden Möglichkeiten zur Verbesserung der Betreuung und Beratung diskutiert; so könnten den Jahrgangsstufenleitern zur Entlastung Tutoren zur Seite gestellt werden.

 

Berufsfindungs-Praktika finden in der Jahrgangsstufe 11 statt (nach den Weihnachtsferien, Dauer 14 Tage). Die Begleitung erfolgt durch Lehrer der Jahrgangsstufe. Darüber hinaus werden während der gesamten

 

Oberstufe immer wieder Veranstaltungen zur Berufsfindung angeboten und durchgeführt.

Wir beraten uns geeignet erscheinende Schüler verstärkt dahingehend, die Möglichkeiten der Ausbildungsordnung zu nutzen und die Jgst. 11 zu überspringen.

Studienfahrten finden in der Jahrgangsstufe 13 im Rahmen der Leistungskurse statt. In der Regel liegen diese Fahrten eine Woche vor den Herbstferien. Sie führen zumeist ins europäische Ausland. Die konkreten Ziele werden zwischen Schülern und Lehrern abgestimmt.

Schulprogramm in der Fassung vom 13.12.2000

 

 

Sprachenfolge am Ratsgymnasium

Durch die Öffnung Europas und den zunehmenden kulturellen Austausch sind Sprachkenntnisse immer mehr, vor allem im späteren Berufsleben, gefragt. Unsere Schule möchte als Reaktion auf diese Entwicklung ein möglichst umfangreiches Angebot an Sprachen haben.

ab Klasse 5 Englisch (5-stündig)

oder Latein (4-stündig) + Englisch (3-stündig)

ab Klasse 6 geplant: Französisch (3-stündig)

ab Klasse 7 Englisch + Französisch (2. Fremdspr.)

oder Englisch + Latein (2. Fremdspr.)

oder Latein (1. Fremdspr.) + Englisch (2. Fremdspr.)

(alles jeweils 4-stündig)

ab Klasse 9 als dritte Fremdsprache ist möglich Französisch

oder Latein (jeweils 4-stündig)

Die erste und zweite Fremdsprache wird 3-stündig weitergeführt. Die dritte Fremdsprache ist nicht verpflichtend.

Griechisch und Spanisch werden als Arbeitsgemeinschaften angeboten.

ab JSt. 11 Englisch, Französisch und Latein werden als fortgeführte Fremdsprachen bis zum Abitur angeboten, gegebenenfalls auch als Leistungskurse.

Als neu einsetzende Fremdsprachen ab 11 werden Französisch, Latein und Russisch angeboten - jeweils 4-stündig.

Griechisch und Spanisch werden als Arbeitsgemeinschaften angeboten.

Erwerb des Latinums:

1) Latein von Klasse 5 bis einschl. Klasse 10

2) Latein von Klasse 7 bis einschl. Jahrgangsstufe 11

3) Latein von Klasse 9 bis Jahrgangsstufe 12

4) Latein von Jahrgangsstufe 11 bis Jahrgangsstufe 13 mit Latinumsprüfung

Bedingung ist dabei mindestens die Abschlussnote ausreichend.

Erwerb des Graecums: möglich nach besonderer Absprache