Naturnahe gestaltetes Schulgelände zur Homepage
Doku-Daten von 19.08 bis 03.09.
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Doku-Daten von 23.02. bis 08.04.

 

Grobplan des Geländes


Die Planung zur Umgestaltung des Schulgeländes war ein Schwerpunkt der neueren Aktivitäten des Schulprojektes "Gestaltungs-Räume" im Schuljahr 1998-99. Im den vergangenen Jahren konnte die Konzeption für die Schulhofgestaltung zusammen mit den vielen Fachberatern, und den Beteiligten aus der Schulgemeinde verdichtet und verfeinert werden. In der Zusammenarbeit mit den Behörden wurde immer wieder deutlich, dass unsere Vorgehensweise absolut ungewöhnlich und neu ist. Die Mitarbeit der Schüler hatte bisher viele Facetten. Die SV organisierte selbständig eine Umfrage zu Vorstellungen, Wünschen und Forderungen der Schüler aller   Das Modell des Schulgeländes (Foto von 5/99) Altersgruppen bzgl. des neuen Schulhofes und zählte das Fahrradaufkommen in Stichproben von Frühling bis Herbst zur Feststellung des Bedarfs. Es gab vielfältige Mitarbeit bei der Organisation und Planung. Mindestens ein Schüler der SV war in der Regel bei den Planungsgesprächen mit dabei. Freiwillige haben Ausmessarbeiten auf dem Gelände vorgenommen, Bäume und Sträucher zusammen mit einem Mitarbeiter des Landschaftsarchitekturbüros kartiert und die geplante Struktur im Gelände mit Spraylack und Pflöcken aus- und aufgemessen. An einem Aktionstag im Frühsommer wurde begonnen, die Kopfsteinpflastersteine zur weiteren Verwendung aufzunehmen und zu stapeln. Die im Baubereich befindlichen Bäume wurden im unteren Stammbereich mit Brettern gesichert. An diesem Aktionstag säuberten außerdem Schüler der Klassen 7 u. 8 das Glacis von Unrat. Zur Erprobung der handwerklichen Fähigkeiten und Fertigkeiten der Schüler bauten Schülerinnen aus dem Kunstkurs der Kl. 12 Skulpturen aus Bruchsteinen, Ästen und anderen Naturmaterialien. Eine Arbeitsgruppe der SV plante eine Umgestaltung der Raucherzone mit Fassaden-Begrünung, Pflasterung, Überdachung und Sitzmöbeln.




vom Menschen ausgehen
                                                                                                                                 
      Das Modell des Schulgeländes (Foto von 5/99)
humane Raummaße schaffen

Freiflächen, Frontalitäten und Durchblicke schaffen

Funktionen beachten

der Natur und dem Licht zunehmende Aufmerksamkeit schenken

                                                                                                                                              

Zur Organisation

Das besondere an diesem Projekt ist, dass es von der Schule aus gesteuert wird und dass Schüler, Lehrer und Eltern an der Planung und Realisierung beteiligt sind. Fachleute, insbesondere der Künstler Gunnar Heilmann und der Landschaftsarchitekt Wolfgang Hanke arbeiten zusammen mit Schülern und Lehrern und Eltern und der Stadtverwaltung der Stadt Minden daran, ein für die Nutzer möglichst sinnvolles Ergebnis zu erzielen.


Zum Konzept

Das Konzept lehnt sich inhaltlich an die Vorschläge des Kultusministeriums des Landes NRW zur Gestaltung von Schulhöfen an. Es geht bei der Gestaltung des Schulgeländes im Bereich der ehemaligen Parkstraße in Angrenzung an das Glacis in erster Linie darum, einen naturnahen Lebens- und Lernort zu schaffen, der als Kommunikations-, Bewegungs-, Spiel-, Ruhe- und Lernzone dienen kann. So kann im Sinne einer "Pädagogik mit Kopf, Herz und Hand" die natürliche bzw. naturnahe Umwelt direkt erfahren und so das Umweltbewußtsein gestärkt werden. Durch die Vielfalt verschiedener natürlicher Materialien im Gelände gibt es vielfältige Beschäftigungs- und Bewegungsmöglichkeiten.
Es gab eine Reihe sehr enger Vorgaben, die das Konzept maßgeblich prägten. Die Anzahl der Fahrradstellplätze mußte auf ca. 400 erweitert werden, vier PKW-Stellplätze und eine kombinierte Feuerwehr- und Busdurchfahrt waren anzulegen. Der Platzbedarf dieser Vorgaben machte es notwendig, das Raumkonzept komplex anzulegen.
Grundidee ist die Schaffung einer Platzsituation vor dem neuen Eingangsbereich im Nord-Westen und die Konzentration der Fahrradstellplätze im Südbereich als Abgrenzung zur Rodenbecker Straße. Die jetzige Straßensituation soll durch Wegnahme der Randbegrenzungssteine, Nivellierung und Neugliederung des Geländes aufgelöst werden. Durch Setzung von Sichtsperren soll der Blick vom Gebäude ins Glacis gelenkt, umgekehrt der Einblick von der Rodenbecker Straße und der Parkstraße eingeschränkt werden. Dies ist in Kombination mit einer Erweiterung der ansteigenden Geländebewegung aus dem Kessel im Königsglacis bis in die Zone vor das Gebäude sinnvoll möglich.
Folgende Materialien haben sich in den zwei Planungsjahren als sinnvoll, geeignet und finanzierbar herausgestellt. Für die Pflasterung des Platzes ist ähnlich wie im Innenhof Ziegelsteinklinker - in Fischgrätmuster verlegt -vorgesehen, für die Pflasterung des übrigen Durchgangsbereichs eignet sich am besten Rasenpflasterstein (Betonstein), die alte Fahrradstellplatzzone bleibt erhalten (Beton-Verbundstein), neue Fahrradstellplatzflächen werden aus wasserdurchlässiger Feinsplitoberfläche angelegt. Wichtigstes Element zur Realisierung des naturnahen Schulgeländes ist die Anlage von Trockenmauern aus Natursandstein. Die Trockenmauern gliedern das Gelände topografisch und teilen das Gelände in Raum- und Funktionszonen auf. Die Bepflanzung orientiert sich an einheimischen Gewächsen.

Beisiel einer Natursteinmauer

 

Liebe Schüler, Eltern und Lehrer des Ratsgymnasiums

Es geht um Natur und den Menschen
Es geht um Funktion und Gestalt
Es geht auch um Kunst
Es wird maßvoll geredet
Es wird maßvoll körperlich gearbeitet
Es wird angemessen getrunken und gegessen
Es wird unter Umständen schön

Du bist/Sie sind ganz herzlich eingeladen
ab Januar 2000 mitzuwirken
an der Fertigstellung des Schulgeländes im Bereich der ehemaligen Parkstraße


Was soll gemacht werden?

weitere Arbeiten ab Februar 2000: Natursteine zu Trockenmauern verbauen (Steine setzen, Schotter verfüllen) und selbst Mauern bauen, das Gelände durch Aufschüttungen mit Erde gliedern, Gras säen, Büsche, Sträucher, Bäume pflanzen und die Pflanzungen pflegen und schützen, Ausbesserungen vornehmen, das Baugelände immer wieder neu sichern u. u. u.

 

Kontakt und weitere Informationen :

Ulrich Kügler (Lehrer, Tel. 0571/84677); Barbara Junker (Elternpflegschaft, Tel. 0571/5800914), Tanja Burkhardt (Schülervertretung) oder über das Schulsekretariat 0571/82888-3

 

Gestaltungs-Räume am Ratsgymnasium Minden
Das "Naturnahe, gestaltete Schulgelände" ist Teil des Schulprojektes "Gestaltungs-Räume".

Der Begriff "Gestaltungs-Räume" war von uns zunächst in erster Linie als gedanklicher Frei-Raum verstanden worden, der kreativ zu besetzen war. Aber in der konkreten Arbeit hat sich dann die Möglichkeit ergeben, den Begriff wortwörtlich zu nehmen und Gestaltungs-Räume nicht nur "zu erfinden", sondern sogar real Gestalt werden zu lassen. Damit ist dem Problem entgegengetreten, lediglich schulische und pädagogische Luftschlösser zu errichten, die in der Alltagswirklichkeit zu wenig oder gar keine Konsequenzen haben und kaum Veränderungen ermöglichen.
Ergänzendes Ziel ist nun auch die Schaffung von selbst durch die Schule geschaffenen Gestaltungs-Räumen im Sinne von architektonischen Innen und Außen-Räumen, die das Selbstverständnis der Schule in besonderem Maße spiegeln und modellhaft und experimentell neue Formen von Lernen beinhalten. Beispiele am Rats dafür sind die Schulhofgestaltung und Patenschaft für das Glacis, das Atelier als kreativer Frei-Raum und die Möglichkeiten der Nutzung des Otiums und des Foyers.
Eine besondere Anerkennung hat das Projekt durch die Einladung des Landesinstituts für Schule und Weiterbildung zur Gestaltung des Schullebens und der Öffnung von Schule (GÖS) zum 2. GÖS-Landesforum am 20. 9.1999 in den Landtag nach Düsseldorf erfahren. Das Projekt wird inzwischen in der Öffentlichkeit, den Medien und bei Fachkollegen immer intensiver zur Kenntnis genommen, wie uns vielfache Rückmeldungen zeigen: In den Mindener Zeitungen wurde und wird häufig darüber berichtet. In der Publikation der Stadt Minden zum Stadtjubiläum Minden 1998 wird das Gestaltung-Räume Projekt 1998 im Rahmen eines ausführlichen, mehrseitigen, bebilderten Beitrags dokumentiert.