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Altersgruppen bzgl. des neuen Schulhofes und zählte das Fahrradaufkommen in Stichproben
von Frühling bis Herbst zur Feststellung des Bedarfs. Es gab vielfältige Mitarbeit bei
der Organisation und Planung. Mindestens ein Schüler der SV war in der Regel bei den
Planungsgesprächen mit dabei. Freiwillige haben Ausmessarbeiten auf dem Gelände
vorgenommen, Bäume und Sträucher zusammen mit einem Mitarbeiter des
Landschaftsarchitekturbüros kartiert und die geplante Struktur im Gelände mit Spraylack
und Pflöcken aus- und aufgemessen. An einem Aktionstag im Frühsommer wurde begonnen, die
Kopfsteinpflastersteine zur weiteren Verwendung aufzunehmen und zu stapeln. Die im
Baubereich befindlichen Bäume wurden im unteren Stammbereich mit Brettern gesichert. An
diesem Aktionstag säuberten außerdem Schüler der Klassen 7 u. 8 das Glacis von Unrat.
Zur Erprobung der handwerklichen Fähigkeiten und Fertigkeiten der Schüler bauten
Schülerinnen aus dem Kunstkurs der Kl. 12 Skulpturen aus Bruchsteinen, Ästen und anderen
Naturmaterialien. Eine Arbeitsgruppe der SV plante eine Umgestaltung der Raucherzone mit
Fassaden-Begrünung, Pflasterung, Überdachung und Sitzmöbeln.Freiflächen, Frontalitäten und Durchblicke schaffen
Funktionen beachten
der Natur und dem Licht zunehmende Aufmerksamkeit schenken
Zur Organisation
Das besondere an diesem Projekt ist, dass es von der
Schule aus gesteuert wird und dass Schüler, Lehrer und Eltern an der Planung und
Realisierung beteiligt sind. Fachleute, insbesondere der Künstler Gunnar Heilmann und der
Landschaftsarchitekt Wolfgang Hanke arbeiten zusammen mit Schülern und Lehrern und Eltern
und der Stadtverwaltung der Stadt Minden daran, ein für die Nutzer möglichst sinnvolles
Ergebnis zu erzielen.
Zum Konzept
Das Konzept lehnt sich inhaltlich an die Vorschläge des Kultusministeriums des Landes NRW
zur Gestaltung von Schulhöfen an. Es geht bei der Gestaltung des Schulgeländes im
Bereich der ehemaligen Parkstraße in Angrenzung an das Glacis in erster Linie darum,
einen naturnahen Lebens- und Lernort zu schaffen, der als Kommunikations-, Bewegungs-,
Spiel-, Ruhe- und Lernzone dienen kann. So kann im Sinne einer "Pädagogik mit Kopf,
Herz und Hand" die natürliche bzw. naturnahe Umwelt direkt erfahren und so das
Umweltbewußtsein gestärkt werden. Durch die Vielfalt verschiedener natürlicher
Materialien im Gelände gibt es vielfältige Beschäftigungs- und Bewegungsmöglichkeiten.
Es gab eine Reihe sehr enger Vorgaben, die das Konzept maßgeblich prägten. Die Anzahl
der Fahrradstellplätze mußte auf ca. 400 erweitert werden, vier PKW-Stellplätze und
eine kombinierte Feuerwehr- und Busdurchfahrt waren anzulegen. Der Platzbedarf dieser
Vorgaben machte es notwendig, das Raumkonzept komplex anzulegen.
Grundidee ist die Schaffung einer Platzsituation vor dem neuen Eingangsbereich im
Nord-Westen und die Konzentration der Fahrradstellplätze im Südbereich als Abgrenzung
zur Rodenbecker Straße. Die jetzige Straßensituation soll durch Wegnahme der
Randbegrenzungssteine, Nivellierung und Neugliederung des Geländes aufgelöst werden.
Durch Setzung von Sichtsperren soll der Blick vom Gebäude ins Glacis gelenkt, umgekehrt
der Einblick von der Rodenbecker Straße und der Parkstraße eingeschränkt werden. Dies
ist in Kombination mit einer Erweiterung der ansteigenden Geländebewegung aus dem Kessel
im Königsglacis bis in die Zone vor das Gebäude sinnvoll möglich.
Folgende Materialien haben sich in den zwei Planungsjahren als sinnvoll, geeignet und
finanzierbar herausgestellt. Für die Pflasterung des Platzes ist ähnlich wie im Innenhof
Ziegelsteinklinker - in Fischgrätmuster verlegt -vorgesehen, für die Pflasterung des
übrigen Durchgangsbereichs eignet sich am besten Rasenpflasterstein (Betonstein), die
alte Fahrradstellplatzzone bleibt erhalten (Beton-Verbundstein), neue
Fahrradstellplatzflächen werden aus wasserdurchlässiger Feinsplitoberfläche angelegt.
Wichtigstes Element zur Realisierung des naturnahen Schulgeländes ist die Anlage von
Trockenmauern aus Natursandstein. Die Trockenmauern gliedern das Gelände topografisch und
teilen das Gelände in Raum- und Funktionszonen auf. Die Bepflanzung orientiert sich an
einheimischen Gewächsen.

Liebe Schüler, Eltern und Lehrer des Ratsgymnasiums
Es geht um Natur und den Menschen
Es geht um Funktion und Gestalt
Es geht auch um Kunst
Es wird maßvoll geredet
Es wird maßvoll körperlich gearbeitet
Es wird angemessen getrunken und gegessen
Es wird unter Umständen schön
Du bist/Sie sind ganz herzlich eingeladen
ab Januar 2000 mitzuwirken
an der Fertigstellung des Schulgeländes im Bereich der ehemaligen Parkstraße
Was soll gemacht werden?
weitere Arbeiten ab Februar 2000: Natursteine zu Trockenmauern verbauen (Steine setzen,
Schotter verfüllen) und selbst Mauern bauen, das Gelände durch Aufschüttungen mit Erde
gliedern, Gras säen, Büsche, Sträucher, Bäume pflanzen und die Pflanzungen pflegen und
schützen, Ausbesserungen vornehmen, das Baugelände immer wieder neu sichern u. u. u.
Ulrich Kügler (Lehrer, Tel. 0571/84677); Barbara Junker (Elternpflegschaft, Tel. 0571/5800914), Tanja Burkhardt (Schülervertretung) oder über das Schulsekretariat 0571/82888-3
Gestaltungs-Räume am Ratsgymnasium Minden
Der Begriff "Gestaltungs-Räume" war von
uns zunächst in erster Linie als gedanklicher Frei-Raum verstanden worden, der kreativ zu
besetzen war. Aber in der konkreten Arbeit hat sich dann die Möglichkeit ergeben, den
Begriff wortwörtlich zu nehmen und Gestaltungs-Räume nicht nur "zu erfinden",
sondern sogar real Gestalt werden zu lassen. Damit ist dem Problem entgegengetreten,
lediglich schulische und pädagogische Luftschlösser zu errichten, die in der
Alltagswirklichkeit zu wenig oder gar keine Konsequenzen haben und kaum Veränderungen
ermöglichen.
Ergänzendes Ziel ist nun auch die Schaffung von selbst durch die Schule geschaffenen
Gestaltungs-Räumen im Sinne von architektonischen Innen und Außen-Räumen, die das
Selbstverständnis der Schule in besonderem Maße spiegeln und modellhaft und
experimentell neue Formen von Lernen beinhalten. Beispiele am Rats dafür sind die
Schulhofgestaltung und Patenschaft für das Glacis, das Atelier als kreativer Frei-Raum
und die Möglichkeiten der Nutzung des Otiums und des Foyers.
Eine besondere Anerkennung hat das Projekt durch die Einladung des Landesinstituts für
Schule und Weiterbildung zur Gestaltung des Schullebens und der Öffnung von Schule (GÖS)
zum 2. GÖS-Landesforum am 20. 9.1999 in den Landtag nach Düsseldorf erfahren. Das
Projekt wird inzwischen in der Öffentlichkeit, den Medien und bei Fachkollegen immer
intensiver zur Kenntnis genommen, wie uns vielfache Rückmeldungen zeigen: In den Mindener
Zeitungen wurde und wird häufig darüber berichtet. In der Publikation der Stadt Minden
zum Stadtjubiläum Minden 1998 wird das Gestaltung-Räume Projekt 1998 im Rahmen eines
ausführlichen, mehrseitigen, bebilderten Beitrags dokumentiert.