NEU UND UNGEWÖHNLICH

Muka Youth Prints-Nur für junge Leute

Der Untertitel der Kunstausstellung Muka Youth Prints, die von Mittwoch bis Sonntag, 21. bis 25. Januar, im Mindener Museum gezeigt wird, macht deutlich, was ungewöhnlich ist: Ausschließlich Kinder und Jugendliche von fünf bis 18 Jahren dürfen die Ausstellung besuchen. Die Eröffnung findet am Mittwoch, 21. Januar, um 16 Uhr statt. Die Mitarbeiterin des Museums, Petra Brinkmann, erklärt die Alterseinschränkung: "Mit fünf Jahren fängt man an, Dinge zu erkennen. Mit 18 ist man erwachsen - und wir wollen etwas nur für Jugendliche präsentieren."

Die Ausstellung, die von der galerie und dem Lithographie-Studio Muka in Neuseeland organisiert wird, ist zur Zeit auf Welttournee. Ende 1997 tourte sie durch die Niederlande und belgien. Nun ist sie in Deutschen Städten zu sehen: Außer in Minden werden die Bilder auch in Herford, Bonn, Emsdetten, Frankfurt und Köln präsentiert.

Ziel der Ausstellung ist es, jungen Menschen originale Kunst vorzustellen und darüber hinaus die Möglichkeit zu geben, Kunstwerke zu geringen Preisen zu geben.

Es waren Jugendliche, die die internationalen Künstler und Künstlerinnen für diese neuartige Ausstellung gewannen. Immerhin sind Zeichner aus Neuseeland, Australien, Belgien, Dänemark, USA, den Niederlanden und aus Deutschland dabei.

Jede der Lithographien wird im Format von zehn mal 20 Zentimetern zu einem Einheitspreis verkauft. Zum Erwerb berechtigt sind ausschießlich die jugendlichen Besucher und Besucherinnen der Ausstellung. Lediglich Schulen oder Kinderkrankenhäuser können ebenfalls Kunstwerke erstehen.

Auch wenn Jugendliche durch die Ausstellung zu Kunstsammlern werden können, stehen finanzielle Aspekte nicht im Vordergrund der Ausstellungsidee. Vielmehr soll ein Eindruck von der Vielfalt moderner Kunst vermittelt werden. Hilfestellung bieten in der Mindener Ausstellung Schülerinnen und Schüler eines Kunst-Leistungskurses des Ratsgymnasiums.

Da Erwachsene ausschließlich Sonntagnachmittag von 17 bis 18 Uhr Zutritt haben - auch die Museumsmitarbeiter stehen für Fragen nicht zur Verfügung- werden die Schüler den Gleichaltrigen während der gesamten Zeit mit Rat und Tat zur Seite stehen. Sie wurden von ihrem Kunstlehrer für die Ausstellung motiviert.

"Das Museum fand es inkonsequent, die Ausstellung für Jugendliche von Erwachsenen organisieren zu lassen. Also suchten sie nach Freiwilligen.", betonte Museums-Mitarbeiterin petra Brinkmann. Die Schüler des Ratsgymnasiums erklären: " Für uns ist es interessant, eine solche Ausstellung nicht nur anzugucken, sondern auch präsentieren zu dürfen." Sie unterstreichen: Es ist toll, daß die Jugendlichen die Bilder nach ihrem Geschmack aussuchen und weder von eltern noch von Lehrern beeinflußt zu werden können.

Franz Batens, Kunstdrucker und Inhaber der neuseeländischen Galerie, und seiner Frau Magda van Gils ist es besonders wichtig, junge Leute an Kunst heranzuführen und dafür zu begeistern. Petra Brinkmann bezeichnet die Ausstellung so: "Neu, ungewöhnlich und spannend." Besondere Erwartungen hat die Museumsmitarbeiterin keine, sie hofft nur, daß viele junge Leute das Angebot annehmen, Museum und Kunst mal anders kennenzulernen, als sie es zum Beispiel von der Schule gewöhnt sind.

Franz Batens meint: "Jugendliche haben sich bisher über die Ausstellung och nicht negativ geäußert, allein die Erwachsenen fragen, ob ich überhaupt genug Bilder verkaufen kann, obwohl ich einen Zutritt -den Großen- verwehre."

MINDENER TAGEBLATT vom 20.01.1998

(Foto: Christine Potter,MT)

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