Der Kontrast der Natur

Seit Samstag, dem 17.1.98 (Tag der offenen Tür am Ratsgymnasium) sind die Insekten im Glacis an der Parkstraße nicht mehr allein. Denn an diesem Tag haben sich überdimensionale, grellrot-lackierte Gips-Insekten ein neues Zuhause gesucht. Direkt vom Atelier unserer Schule (mit Hilfe von fleißigen Schülern) auf die Bäume.

Alles begann vor circa einem Jahr, als der Kunst-Differenzierungskurs unter der Leitung von Ullrich Kügler auf der Suche nach einer Aufgabe war, der er sich im bevorstehendem Halbjahr stellen konnte. Die einzigste Vorgabe war, daß die Objekte irgendwie in ein "gesellschaftliches Umfeld" gebracht werden sollten. Nach einem Blick aus dem Fenster war es klar: Dem trostlosen Glacis sollte die Ehre bunter Kunst zugute kommen. So einigten wir uns darauf, mehrere Drahtgestelle in Insektenform mit Gipsbändern zu umziehen, die wir später noch in grellen Farben anstreichen wollten.

Ein halbes Jahr, mehrere Meter Draht, einige Kilo Gips und ein paar ruinierte Klamotten später waren die inzwischen "liebgewonnenen" Insekten bis auf ihre bunte Haut eigentlich fertig. Fertig, um ersteinmal für einige Zeit im Atelier vor sich hinzurotten.

Doch nach diesem ausgedehntem "Winterschlaf" wurden sie wieder von einem 11er Kunstkurs ausgegraben, abgestaubt und in grellem Rot angemalt und mit einem wetterfestem Lack überzogen. So konnten sie rechtzeitig zum Tag der offenen Tür mit einiger Mühe ein neues Heim im Glacis finden.

Viele Passanten fragen sicher nach dem Sinn der Aktion. Und die Frage ist eigentlich leicht zu beantworten: es ist Kunst. Das sollte wohl reichen und außerdem sieht es ziemlich lustig aus...

 

 

 

(Fotos: MT, Ingrid Schütte/Manfred Otto)

Kunstkurs setzte Insekten ins Glacic

Leuchtend rote Insekten treiben sich im Glacis herum, riesig groß und auch im strömenden Regen unübersehbar.

Sie sitzen in den Bäumen gegenüber dem Ratsgymnasium, wo sie in verschiedenen Kunstkursen unter Leitung von Ulrich Kügler entstanden sind. Die überdimensionalen Krabbeltiere werden dort nicht lange bleiben, sondern sich lieber in die geschützten Räume der Schule zurückziehen, bis sie im weiteren Verlauf des Jubiläumsjahres in der Innenstadt wieder auftauchen. (MINDENER TAGEBLATT vom 20.1.1998)

 

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