Denkmal aus neuem Blickwinkel

Rats-Schüler schufen Gegenwerk zum Krieger-Ehrenmal im Glacis

Von Ursula Koch

Minden (mt). Gefechtsdonner hallt über die Wiese unterhalb des Kriegerdenkmals im Königsglacis. Ein paar Schritte weiter dröhnt Goebbels Stimme mit der Frage Wollt Ihr den totalen Krieg aus einem Lautsprecher in die Ohren von Passanten. Fröhliche Kinderstimmen und Vogelgezwitscher symbolisieren in ein paar Meter Entfernung heile Welt. Die Klang-Installation von Ilka Hanke, Carsten Seller, Sabrina Nolting und Andrea Weitzel mit Titel Selection pour les hommes ist Teil des Gemeinschafts-Projektes Ein Denkmal sichtbar machen, das am Dienstag nachmittag zu betrachten war, von drei Kunst-Kursen des Ratsgymnasiums.

Sie haben sich kritisch mit der verherrlichenden Darstellung von Krieg und Heldentod auseinandergesetzt und nehmen mit ihren Aktionen eine Gegenposition ein. Anneke Baars und Waad Jakoub verhüllten das Denkmal mit roten Papierbahnen, basierend auf der Erfahrung, daß ein Objekt, das verhüllt ist, erst wieder richtig wahrgenommen wird. Sebastian Biskup fügt mit The Faces of Death, Plakatwände mit Fotos von Granatenopfern und Hinrichtungsszenen, einen weiteren Aspekt hinzu. In die historischen Aufnahmen hat er die Gesichter von Freunden montiert, um so eine Verknüpfung von Geschichte und Gegenwart herzustellen. Eine existierende Vergangenheit und Gegenwart ergeben eine mögliche Zukunft, mahnt Biskup.

Die Kunst-Aktion am Artillerie-Denkmal ist ein Projekt zu der Ausstellung DENKMAL. Kunst in Minden, die vom 11 bis zum 24. Juni in der Bürgerhalle zu sehen ist.

(MT-Foto: Ursula Koch)

 

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